"Da hab ich wohl etwas getrant!" - Das Ende einer Segelyacht.


Am 01.01.2009 wurden wir und unsere Andanza Opfer der Nachlässigkeit eines "Berufsseemannes".

Bei gutem Wetter und geringstem Verkehrsaufkommen gelang es Herrn B., dem verantwortlichen Schiffsführer der Pendelfähre "Warnow 1", sein 38 Meter langes und 11,6 Meter breites Fahrzeug mit Präzision und voller Fahrt in die Backbordseite unserer Segelyacht zu rammen.

Nur durch ein beherztes "Manöver des letzten Augenblicks" unseres Rudergängers konnte verhindert werden, daß Herr B. mit der Rampe seiner Fähre die Backbordwanten unseres Großmastes kappte. Das umstürzende Rigg hätte uns oder zahlreiche seiner an Deck stehenden Fahrgäste erschlagen können. Nur durch die stabile Bauweise unserer Yacht konnte verhindert werden, daß wir an Ort und Stelle gesunken sind. Bei Wassertemperaturen nahe dem Gefrierpunkt wären hierbei möglicherweise vier Opfer zu beklagen gewesen.

Alle Unfallbeteiligten haben zunächst einmal unglaubliches Glück gehabt. Die Kollision einer schätzungsweise über 200 Tonnen schweren Fähre mit unserer gerade einmal 7,5 Tonnen schweren Segelyacht hätte leicht in einer Katastrophe enden können.

Herr B. gab unmittelbar nach dem Unfall der Verkehrsleitzentrale Warnemünde Traffic gegenüber per Funk zu verstehen: "Da habe ich wohl etwas getrant." Vorgetragen in der ruhigsten Stimmlage, zu der ein Mensch fähig sein kann.

Während unsere liebevoll instand gesetzte Andanza jetzt als Totalschaden auf einer Werft steht und ihrer Verschrottung entgegen sieht, weigert sich die Gegenseite, den Schaden zu regulieren. Man sitzt die Sache aus, während sich bei uns die Rechnungen stapeln. Für die Dienstleistungen der Werft sind mittlerweile viele Tausend Euro fällig. Anwalt, Gutachter, behördliche Angelegenheiten und Gerichtskosten kommen dazu.

Während der Verursacher des Schadens seine Lebensroutine unbehelligt weiterführen kann und lediglich einer "ORDNUNGSWIDRIGKEIT" bezichtigt wurde (welch zynische Bezeichnung für das gezielte Überfahren einer Segelyacht mit einer Autofähre unter Gefährdung von mindestens vier Menschenleben), wurden wir unseres Schiffes sowie unserer Lebensqualität beraubt und müssen mit massiven Mitteln dafür kämpfen, unser Recht zu bekommen.